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Die Tür, die du öffnen möchtest,ist noch nicht an der Reihe!!!

Noch ist Herbst nicht ganz entflohn,
Aber als Knecht Ruprecht schon
Kommt der Winter hergeschritten,
Und alsbald aus Schnees Mitten
Klingt des Schlittenglöckleins Ton.

Und was jüngst noch, fern und nah,
Bunt auf uns herniedersah,
Weiß sind Türme, Dächer, Zweige,
Und das Jahr geht auf die Neige,
Und das schönste Fest ist da.

Tag du der Geburt des Herrn,
Heute bist du uns noch fern,
Aber Tannen, Engel, Fahnen
Lassen uns den Tag schon ahnen,
Und wir sehen schon den Stern.

Autor: Theodor Fontane

Eine kleine Weihnachtsgeschichte...

In einer Welt, wo Himmelskörper nicht nur Planeten und Sterne, sondern auch die Heimat von sagenhaften Wesen sind, schwebte einst ein winziger Planet, der von einer ganz besonderen Schneeflocke gekrönt wurde. Diese Schneeflocke war keine gewöhnliche Flocke, denn sie besaß die Gabe, die reinsten Wünsche der Menschenkinder zu erkennen.

Auf diesem kleinen Planeten lebten in Harmonie drei Gestalten, die in der irdischen Welt als Bringer von Freude und Hoffnung bekannt waren: der Weihnachtsmann, das Christkind und Knecht Rupprecht. Gemeinsam sorgten sie dafür, dass die Magie der Weihnacht nie versiegte. Doch eines Tages bemerkten sie, dass ihre Magie schwächer wurde. Die Kinder auf der Erde hatten begonnen, den Glauben an das Wunderbare zu verlieren, und mit jedem Zweifel verlor der Schneekristall ein wenig von seinem Glanz.

Besorgt kamen die drei Freunde zusammen und beschlossen, dass es an der Zeit war, die Welt der Menschen zu besuchen und das Wunderbare wiederzuentdecken. Der Weihnachtsmann schlüpfte in seine roten Gewänder, das Christkind zog seinen strahlenden Mantel an und Knecht Rupprecht nahm seine Rute zur Hand – doch in diesem Moment nicht als Zeichen für die Rüge, sondern als Symbol der Veränderung.

Sie brachen auf und bereisten die Sterne, bis sie auf der Erde landeten. Das Christkind, mit seiner sanften und liebevollen Art, klopfte zuerst an die Herzen der Menschen, fand aber nur noch selten Einlass. Der Weihnachtsmann lächelte zwar an jedem Kamin, aber sein Sack voller Geschenke schien die Kinder nicht mehr so zu erfreuen wie einst. Knecht Rupprecht schaute besorgt zu, denn die wahre Freude schien verloren.

Eines Abends, als die Dämmerung die Stille einhüllte, fanden sie ein kleines Mädchen, das alleine im Schnee saß und in den Himmel schaute. Um sie herum tanzten tausende von Schneeflocken, doch eine fiel ihr besonders auf – sie glänzte heller als die anderen. Die Freunde näherten sich vorsichtig.

"Was machst du denn hier ganz alleine?" fragte das Christkind mit seiner weichen Stimme.

"Ich betrachte die Schneeflocken", antwortete das Mädchen, "jede ist einzigartig, aber zusammen bilden sie etwas Wunderschönes – einen ganzen Winter."

Die Freunde sahen sich an und erkannten die Weisheit in den Worten des Mädchens. Das Herz des Weihnachtsmanns wurde warm, das Christkind spürte ein Leuchten in seiner Brust und selbst Knecht Rupprecht empfand eine sanfte Regung.

In dieser Nacht schenkten sie dem Mädchen nicht Spielzeug oder Süßigkeiten, sondern erzählten ihr von dem Schneekristall auf ihrem fernen Planeten und wie jeder reine Wunsch die Welt ein wenig heller machte. Das Mädchen lächelte und sprach einen Wunsch aus, so rein und voller Hoffnung, dass eine Schneeflocke vom Himmel fiel und sich in einen glitzernden Kristall verwandelte.

Die drei Gestalten erkannten, dass nicht die großen Geschenke zählten, sondern die kleinen Momente des Staunens und der Freude. Mit neuem Mut kehrten sie auf ihren Planeten zurück, um den Kindern auf der Erde zu helfen, das Wunderbare in ihren Herzen zu bewahren.

Von da an, jedes Mal, wenn ein Kind einen reinen Wunsch aussprach, erstrahlte der Schneekristall heller und schickte eine Schneeflocke zur Erde, als Zeichen dafür, dass Magie auch in den kleinsten Dingen existierte. Der Weihnachtsmann, das Christkind und Knecht Rupprecht hatten ihre Mission gefunden: die Kinder zu lehren, dass jeder von ihnen einen Schneekristall der Hoffnung und des Glücks in sich trägt. Und so lebten sie weiter, Hüter der Wunder, die in der kalten Dunkelheit der Vergessenheit niemals schmelzen würden.